Freitag, 24.11.2017
Was ist eigentlich?

Paillette
Pailletten (das Wort wird fast ausschließlich im Plural gebraucht) ist die Bezeichnung für kleine (Ø4 mm bis Ø10 mm), meist runde oder ovale, flache oder facettierte (Schüsselpailletten), sehr dünne Plättchen aus Metall oder beschichtetem Kunststoff, mit denen man Kleidung oder Teile davon verziert. Im Licht und bei Bewegung glitzern und glänzen sie vielschichtig. Neuerdings gibt es sogenannte Holo-Pailletten, die ähnlich wie Hologrammfolie im Licht zusätzlich in mehreren Farben glänzen.

Pailletten werden entweder aufgenäht (dafür sind sie mit einem kleinen Loch versehen) oder aufgeklebt.

Der Ausdruck stammt von dem Französischen Wort paille und bedeutet ursprünglich Stroh, Streu, aber auch Flecke in Metallen. Ursprünglich wurden Pailletten aus plattgewalzten Drahtringen hergestellt und waren folglich metallfarbig (Gold, Silber, selten Kupfer). Moderne Pailletten aus Kunststoff werden in vielerlei metallisch schimmernden Farben hergestellt. Aufgenäht werden die Pailletten sowohl an die Kleidung ( Abendkleid, Seidentücher beim Orientalischen Tanz, Faschingskostüme und Tanzkleid) als auch angebracht zur Verzierung von Accessoires (Handtasche, Hüte und Schnabelschuhe).

Ebenfalls als Paillette oder Paillettine wird ein feiner Kleider- oder Blusenstoff aus Seide, Halbseide oder Kunstseide in Atlasbindung bezeichnet.

Boa (Federboa)
Eine Boa ist ein langes, schalähnliches Kleidungsstück. Er wird um den Hals getragen und erhielt seinen Namen nach den Vertretern der Riesenschlangengattung Boa, die sich als Würgeschlangen um den Hals ihres Opfers schlingen. Eine Boa besteht in der Regel aus Pelz (Pelzboa) oder Federn (Federboa). Oft wird dieses Kleidungsstück auch als Reizwäsche angesehen.
Frack
Der Frack ist der festlichste Herrenanzug, auch als Großer Gesellschaftsanzug (im Gegensatz zum Smoking als kleinem Gesellschaftsanzug) bezeichnet, der nur bei Abendgesellschaften getragen wird. Zu unterscheiden ist hierbei jedoch der dienstlich zu tragende Frack, z. B. bei Kellnern (die sich dadurch vom Gast unterscheiden, dass sie den Frack mit einer schwarzen Schleife tragen) und Saaldienern, die den Frack als Livree tragen. Die Saaldiener des Bundestages tragen einen Frack mit goldenen Knöpfen.

Der Frack stammt ursprünglich aus der Biedermeierzeit. Heutzutage ist er schwarz (seltener dunkelblau) und besteht aus der Jacke mit "Schwalbenschwänzen" (am Rückenteil), die vorn taillenkurz ist und grundsätzlich offen getragen wird. Die spitzen Revers sind meist mit glänzendem Seidensatin geschmückt. Die Frackhose hat nie Umschläge und wird an den Seitennähten mit zwei Seidenborten - auch Galons genannt - verarbeitet. Die Frackhose wird nicht mit Gürtel sondern nur mit Hosenträgern getragen. Dazu trägt man eine weiße Frackweste oder Kummerbund , eine weiße Krawattenschleife (beides aus Baumwoll-Piqué) sowie ein Frackhemd mit Stehkragen (Vatermörder) und einfacher Manschette, die nicht umgeschlagen wird. Der Fuß wird mit dunklen Seiden- oder Wollstrümpfen und Lackschuhen (Pumps, keine Schnürschuhe) bekleidet.

Einzig mögliche Kopfbedeckung zum Frack ist der schwarze Zylinder (Chapeau claque); optionale Accessoires sind weißer Seidenschal und weiße Glaceehandschuhe.

Der festlichste Herrenanzug tagsüber ist der Cutaway, auch als "Frack des Tages" bezeichnet; er wird heutzutage nur noch sehr selten z. B. bei Hochzeiten des Adels und Großbürgertums oder zu Pferderennen getragen und kann durch den Stresemann ersetzt werden.

Smoking
Ein Smoking ist ein besonders festlicher Abendanzug, auch als kleiner Gesellschaftsanzug bezeichnet (im Gegensatz zum Frack oder Cut als großem Gesellschaftsanzug). Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen von smoking jacket („Rauchjackett“). Im englischen Sprachraum bezeichnet man den Smoking meist als Tuxedo (kurz Tux), im Vereinigten Königreich, im Nordosten der USA und in Teilen Kanadas ist er jedoch als black tie oder dinner-jacket bekannt.

Ein Smoking war ursprünglich eine Anzugjacke, die man überzog, wenn man zum Rauchen ins Raucherzimmer ging. Er sollte die übrige Kleidung davor schützen, den Geruch des Rauches anzunehmen. Damit wollten die rauchenden Gentlemen der Damenwelt, die früher nur selten zu rauchen pflegte, einen Gefallen erweisen.

Ein Smoking ist der so genannte „kleine Gesellschaftsanzug“, bestehend aus einem Sakko mit seidenbelegten Revers oder Schalfasson, zusätzlich kann eine gleichfarbige oder hechtgraue Weste oder ein Kummerbund (breites Gürtelband) getragen werden, dazu eine Schleife. Bei einem klassischen Smoking ist nur eine schwarze Fliege angemessen. Das farblich zur Schleife passende Einstecktuch (Pochette) darf auf keinen Fall fehlen. In neuerer Zeit tauchen jedoch auch häufiger kontrastreichere Varianten auf. Eine weiße Fliege stellt allerdings einen außerordentlichen Fauxpas dar, ist sie doch für den festlicheren Frack ("White Tie") vorbehalten. Wird ein Kummerbund bzw. die Smokingweste getragen, sollten diese auf die Farbe der Krawattenschleife abgestimmt sein. Zu einem Smoking-Jackett trägt man eine aufschlaglose Hose mit einem Besatzstreifen (Galon) pro Bein. Dazu trägt man Schnürschuhe, nach Möglichkeit Lackschuhe. Ein Smoking wird aus schwarzem Tuch gefertigt, als Variante zum schwarzen Smokingjackett gibt es das so genannte Dinnerjacket im schlichten Weiß (weiße Smokingjacke); es wird jedoch nur zu Festen unter freiem Himmel und auf hoher See getragen. Zum Smoking wird üblicherweise ein Smokinghemd getragen.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts entwarf der englische Herrenausstatter und Maßschneider Henry Poole in der Londoner Savile Row No. 15 den Smoking, einen Frack ohne Schwalbenschwänze, als Abendgarderobe für den eleganten Herrn.

Laut der American Formalwear Association soll es jedoch der Tabakerbe und Dandy Griswold Lorillard gewesen sein, der im Oktober des Jahres 1886, einen Smoking tragend, auf dem Herbstball des Tuxedo Club in Tuxedo Park, New York erschien und damit den Smoking berühmt machte. Seit diesem Tag wird der Smoking in Amerika Tuxedo (oder auch nur kurz Tux) genannt.

 

 


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